Einweihung Heimatdenkmal
2. Abschnitt
am
14.09.2003

 Einweihung 
Heimatdenkmal  
1. Tafel 01.09.02

Ansprachen
zur Einweihung am 01.09.02

Fertigstellung
und Einweihung Heimatdenkmal
05.09.2004

Das neue Heimatdenkmal
in der Gesamtansicht.

Die Figuren und das Kreuz werden 2004 renoviert.
Die Fertigstellung wird am 5.9.2004 gefeiert.

Das neue, eindrucksvolle Heimatdenkmal
in Schwabhausen nach der Einweihung
am 14.Sept. 2003

Dieser Text steht in der Mitte von der Bodenplatte,
auf der die beiden Gedenktafeln
links und rechts in ihren Ständern stehen...

...das ist die Vordergrundplatte,
die den Blick im Vorbeigehen auf sich ziehen soll.

...das ist die linke Tafel, die am 1.9. 2002
von der SRK in Auftrag gegeben und gestiftet wurde.

...das ist die rechte Tafel, die am 14.9. 2003
eingeweiht wurde und das Heimatdenkmal
nun zu einem richtigen Denkmal macht.

Sämtliche Steinmetzarbeiten wurden von der
Fa. Natursteine Hans-Dieter Blimmel
aus Schwabhausen hervorragend ausgeführt!

Hier ist das HD im Vergleich zum Vorjahr,
als die erste Gedenktafel erstellt wurde.
Erkennen Sie den Unterschied?

Ansprache des 1. SRK- Vorsitzenden
Albert Winkler anlässlich der Gedenktafeleinweihung am 14.09.2003.

Die Passagen in gelber Farbe konnten aus Zeitgründen leider nicht gelesen werden. (Hr. Pfr. Dr. Jean de Dieu Mvuanda musste um 10:00 Uhr einen weiteren Festgottesdienst in Rumeltshausen halten.) Die Danksagungen wurden im Gasthaus "Zur Post" in Schwabhausen beim gemütlichen Beisammensein in einer Kurzansprache ausgesprochen. 

Sehr geehrter Herr Pfarrer Jean de Dieu, geschätzter Herr Bürgermeister Josef Mederer,
sehr geehrte Ehrengäste, Vereinsabordnungen, Landsmannschaften, Donauschwaben, Egerländer Gmoi, verehrte Pfarrgemeinde.
Der 14.Sept. 2003 ist für die Heimatvertriebenen, die hier in Schwabhausen und Umgebung ihre neue Heimat gefunden haben und für uns alle, die ihnen nahestehen und mit ihnen verbunden sind, ein schöner und wichtiger Tag. Heute können wir mit großer Freude und auch mit etwas Stolz im kirchlichen Friedhof an dem ehemaligen "Flüchtlingsgrab" ein richtiges Heimatdenkmal einweihen und übergeben. Was voriges Jahr, durch die Soldaten- und Reservisten-Kameradschaft Schwabhausen 1920" initiiert und begonnen wurde, ist heute bis auf die Renovierung des Kreuzes und der Marienfigur fertiggestellt und als würdige Gedenkstätte zu erkennen.
Es geht dabei um ein ganz dunkles Kapitel in unserer Geschichte, über das wir erstaunlicherweise in der Schule und auch sonst sehr wenig im Detail erfahren und gelernt haben.
Um aber künftig in einem friedlich vereinten Europa leben und auskommen zu können, müssen wir uns auch mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Das müssen aber auch unsere Nachbarstaaten. Denn sonst funktioniert es nicht. Helmut Kohl sagte in der Regierungserklärung vom 1.6.1995 "Zum Beitrag der deutschen Heimatvertriebenen zum Wiederaufbau in Deutschland und zum Frieden in Europa:
"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht verwalten."
Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir für uns und für unsere nachkommenden Generationen, für unsere Jugend, diese Vergangenheit ansprechen und uns damit auseinandersetzen.
Seit fast 60 Jahren müssen uns wir Deutsche mit dem verbrecherischen Holocaust, der an den Juden begangen wurde, auseinandersetzen und uns beinahe täglich dafür immer noch im In- und Ausland entschuldigen.
Von den Entschädigungen, die bis jetzt geleistet wurden, ganz zu schweigen. Die erscheinen Vielen aber immer noch zu wenig! Keiner von denen spricht aber von dem zwar nicht vergleichbarem, aber dennoch schlimmen Vertreibungsverbrechen, das an unseren deutschen Landsleuten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten und in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in Ost- Mittel- und Südosteuropa begangen wurde.
Über 16 Millionen Menschen wurden aus ihrer geliebten, angestammten Heimat brutalst vertrieben, ihres Besitzes beraubt, entehrt, gedemütigt und ihrer Würde beraubt.
Über 2,5 Millionen Menschen kamen dabei direkt auf grausamste Art und Weise ums Leben. Viele Hunderttausende starben dann noch an den Folgen der Vertreibung in Deutschland im Westen und im Osten in der sowjetischen Besatzungszone, an den Strapazen, an Krankheiten, Unterernährung, am gebrochenen Herzen.

Das Heimatdenkmal in Schwabhausen ist nicht nur eine kunstvolle, schöne Bereicherung für den kirchlichen Friedhof. Es ist eine liebevolle Gedenkstätte gegen das Vergessen, an der unsere Schwabhauser Mitbürger und auch alle anderen, die durch Flucht und Vertreibung zu uns gekommen sind, ihre tief empfundene Verbundenheit zu ihren Toten in der fernen, unvergessenen Heimat oder in unbekannter Erde ruhenden Angehörigen zum Ausdruck bringen und ihnen gedenken können. Nehmen Sie deshalb, liebe Schwabhausenerinnen und Schwabhausener, die Sie zu diesem Personenkreis gehören, dieses Heimatdenkmal an - als Zeichen der Verbundenheit, als Symbol der Wertschätzung und des Respekts für ihre erbrachte Aufbauleistung in Ihrer neuen, jetzigen Heimat bei uns.
Ihre Nachkommen können hier an diesem Denkmal zu den Wurzeln ihrer Herkunft und Vorfahren zurückfinden und sich damit auch mit einem berechtigten Stolz identifizieren.
Alt-Bundespräsident Roman Herzog, sagte dazu 1996:

"Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken."
Vielleicht kann unser Heimatdenkmal in Schwabhausen beispielgebend noch für viele andere Orte und Gemeinden werden, denn es ist uns nicht bekannt, dass es so etwas, in dieser schönen, liebevollen und mutigen Gestaltung in unserer Nähe schon gibt. Im kommenden Jahr wird auch das wertvolle schmiede-eiserne Kreuz mit dem Christus hergerichtet und die Marienfigur wird einen neuen farbenprächtigen Mantel bekommen.
Das wird nochmals viel Geld kosten. Alleine kann das unsere SRK nicht bezahlen.

Dr. Heinz Nawratil, 1937 in Zauchtel / Mähren geboren, wurde 1945 mit seiner Familie vertrieben. Er ist heute in Friedberg Notar und Rechtsanwalt, Publizist für Bücher des Rechtes, er hat das Schwarzbuch über die Vertreibung geschrieben. Hören Sie bitte genau hin, was er zu dem Thema Flucht und Vertreibung zu sagen hat:
"Vertreibung bedeutet nicht nur Aussiedlung, sondern auch Mord, Terror, Vergewaltigung und Folter, Deportation und Internierung. Insgesamt kamen bei der Vertreibung fast drei Millionen Deutsche um. Eine Zahl, die alleine das Wort Völkermord schon rechtfertigt. Im Reich war in Ostpreußen der Terror der Roten Armee wohl am schlimmsten. Wer nicht flüchtete, wurde mit einer Wahrscheinlichkeit von gut fünfzig Prozent ermordet. In Königsberg war es besonders schlimm, dort fand die Rote Armee bei der Eroberung der Stadt noch etwa 110.000 Deutsche vor, ein Jahr später lebten davon noch ungefähr 10.000. In Ostbrandenburg, heute Polen, betrug die Sterberate immerhin noch 35 Prozent. Flucht war also dringend geboten.
Aber selbst dabei kamen Hunderttausende um. Bombardiert, torpediert, zusammengeschossen, von Panzern überrollt und zerquetscht - allein 50.000 Menschen brachen bei der Flucht über die Kurische Nehrung durch das Eis des Frischen Haffs und ertranken im Eiswasser. Wer blieb und überlebte, wurde anschließend vertrieben, wenn er nicht das Pech hatte, interniert oder deportiert zu werden. Auch dabei kamen Zigtausende um. Die Vertreibung war schon völkerrechtswidrig und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber den damit verbundenen Völkermord vergessen wir nur allzu leicht, wenn wir von ihr sprechen."
Ein abgesichertes Zitat vom Bundesinnenminister Otto Schily bei einem Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft am 18.Mai 2002 in Nürnberg, lautet:
"Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Politik in tragische Irrtümer verstrickt. Sie mündeten in die Verbrechen Hitlers und Stalins, in die Schrecken des 2. Weltkrieges und die Vertreibungsverbrechen. (...)  

Ich wiederhole ausdrücklich, was Altbundespräsident Roman Herzog hierzu vor einiger Zeit gesagt hat:
" Kein Unrecht und mag es noch so groß gewesen sein, rechtfertigt anderes Unrecht. Verbrechen sind auch dann Verbrechen,

wenn ihm andere Verbrechen vorausgegangen sind."
(Ende des Zitats)

Wenn Sie uns zur Finanzierung des gesamten Heimatdenkmalprojektes etwas helfen wollen, können Sie das gerne tun. Es liegen in der Kirche und bei unseren Banken und Sparkassen in Schwabhausen Spendenüberweisungsträger auf. Damit kann auch die Schwabhausener Bevölkerung ihre Verbundenheit zu unseren Heimatvertriebenen zum Ausdruck bringen.

Wir sind Ihnen um jede Spende sehr dankbar. Dankbar sind wir auch für das großzügige Entgegenkommen und für die sehr schöne und gelungene Steinmetzarbeit von der Fa. Grabmäler und Natursteine Hans-Dieter Blimmel mit seinem Mitarbeiter Stefan................................ Der Firma Gärtnerei Motschmann sagen wir Dank für die preisfreundliche Anpflanzung und Lieferung der Bodendeckerpflanzen.
Unserer Gemeinde Schwabhausen in Person von Herrn Bürgermeister Josef Mederer danken wir für die schöne Blumenschale. Angesichts der derzeitigen Haushaltssituation wage ich es gar nicht, ihn zu fragen, ob sich die Gemeinde Schwabhausen auch mit einem kleinen Zuschuss an unseren Kosten beteiligt.
Ebenso dankbar sind wir für die Reparatur der Grabeinfassung durch unser Vereinsmitglied Adolf Forstner.
Wir danken auch für den gestifteten Gedenktafelständer, den unser 2. Vorsitzender Alfred Huber angefertigt hat. Wir danken heute auch allen Frauen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten das "Flüchtlingsgrab" hier im Friedhof gepflegt und bepflanzt haben. Künftig wird es aufgrund der neuen Bepflanzung etwas weniger Arbeit geben. Es wäre schön, wenn sich trotzdem jemand aus der jüngeren Generation von unseren Heimatvertriebenen der Pflege unseres Heimatdenkmals annehmen würde.

D
em Schwabhausener Ortsverband von der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Person von Frau Anna Seipelt danken wir für die finanzielle Beteiligung sehr herzlich.
Großer Dank gebührt dem Münchner Merkur und den Dachauer Nachrichten, allen voran dem Chefredakteur Herrn Kurt Göttler, der uns für dieses Heimatdenkmalprojekt eine sehr großzügige Spende zukommen hat lassen. Ohne dieser Zuwendung hätten wir die Gestaltung in der nun vorliegenden Art nicht in Auftrag geben können und unser Heimatdenkmal würde heute noch etwas schlichter aussehen. Deshalb gebührt den "Dachauer Nachrichten" und Ihrem Chef nochmals ein aufrichtiges, ehrliches und herzliches "Vergelt ‘s Gott"!
Ebenso danken wir den Politikwissenschaftlern und Publizisten Herrn Rolf-Josef Eibicht und Herrn Dr. Heinz Nawratil, die unseren Gestaltungsentwurf geprüft und unverändert akzeptiert haben. Sie haben die Angaben auf beiden Gedenktafeln für "richtig, zutreffend und klug durchdacht" bezeichnet. Unser Einsatz für historische Wahrheit, Klarheit und Gerechtigkeit, ist aller Ehren wert, stellen sie auch noch fest. Außerdem finden sie es gut, dass dies alles in so enger Verbundenheit mit unserer katholischen Kirche vollzogen wird.

Sehr geehrte Ehrengäste, sehr verehrte Anwesende,
vielleicht verstehen und erspüren jetzt auch Sie den tieferen Sinn der Inschriften auf den beiden Bodenplatten in unserem Heimatdenkmal. Sie lauten:
"Heimatrecht ist Menschenrecht.
Vertreibung ist Unrecht."

"Vertreibungsverbrechen und Völkermord kennen kein Vergessen!"
Damit soll niemand angegriffen werden,
es sind reine Feststellungen, die man nicht weg argumentieren kann und auch nicht weg argumentieren darf.
So wie man einem Menschen auch seine ihm angestammte und geliebte, vertraute Heimat nicht wegnehmen darf.
Niemand von uns fordert dafür Wiedergutmachung. Niemand von uns fordert die Rückgabe der ehemaligen deutschen Gebiete, die jetzt ja Heimat für viele andere Menschen geworden sind.
Hier bei unserem Heimatdenkmal geht es einzig allein darum, dass nicht vergessen werden darf, was für ein Unrecht und Vertreibungsverbrechen vor knapp 6 Jahrzehnten geschehen ist. Dahinter verbergen sich Millionen von tragischen Einzelschicksalen, Verbrechen und Grausamkeiten.
Dazu zählt auch die Erinnerung an die Vertreibungsgebiete.
Nicht nur für unsere Schülerinnen und Schüler besteht hier am Heimatdenkmal die Gelegenheit zum lebendigen Geschichtsunterricht. Hier erfahren sie, wo überall vor dem 2. Weltkrieg viele Deutsche, teilweise über Jahrhunderte ansässig waren und gelebt haben. Die SRK Schwabhausen 1920 möchte beispielgebend dafür sein, dass man als Soldatenverein keineswegs nur das Schicksal unserer Gefallenen und Vermissten beklagen darf, sondern auch das Schicksal der zivilen Opfer in der Bevölkerung und vor allem die Opfer von der Flucht und Vertreibung in unser Gedenken mit aufnehmen muss. Beides sind Auswirkungen des
2. Weltkrieges, der von deutschem Boden ausging und der über viele Völker und Menschen großes Leid gebracht hat. Das sind wir allen Opfern schuldig. Heute und auch in der Zukunft.
Oh Herr, gib ihnen die ewige Ruhe.

Fürbitten am Tag der Heimat 14.09.03

Wir bitten dich für alle Frauen, Mütter und Kinder, die bei der Vertreibung bis auf ganz Weniges ihres Hab und Guts beraubt wurden. Die aus ihrer geliebten Heimat getrieben wurden, nicht wissend wo der Weg endet, und ob sie ihre Männer und Söhne, die im Kriegsgeschehen fern der Heimat waren, jemals wiedersehen würden.

Lass’ sie die schrecklichen Ereignisse und Ängste von damals verdrängen.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich für alle Flüchtlinge und Heimatvertriebene, die zum Teil sehr unter der Ablehnung der einheimischen Bevölkerung zu leiden hatten. Die jedoch Achtung verdienen, weil sie mit viel Fleiß und Energie am Wiederaufbau Deutschlands mitgearbeitet und für die Gesellschaft Großes geleistet haben.

Lindere ihren Schmerz, bewahre ihnen ihren Stolz und schenke ihnen Deine Liebe.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich, nimm dich an um all der bei der Vertreibung ums Leben gekommenen
Männer, Frauen und Kinder. Auch jenen, die nicht in geweihte Erde zur letzten Ruhe gebettet werden konnten, sondern die irgendwo auf dem Weg der Flucht primitiv verscharrt und begraben wurden oder in den Fluten der Ostsee wie auch in den großen Flüssen untergegangen und ertrunken sind.

Nimm sie auf in Deinen einmaligen, ewigen Frieden.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich, vergib all denen, die verantwortlich sind für das viele Leid und Elend, für die seelischen und körperlichen Narben, die ein Leben lang bei den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nicht verheilt sind.

Bewahre die kommenden Generationen aller Völker vor Politikern, die unmenschlich und grausam sind, wie auch vor dem Verlust ihrer Heimat und ihrer Würde.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich, lass’ alle nachfolgenden Generationen stets wachsam und hellhörig sein, dass sich so etwas nicht wiederholt.
Nur durch stetige Mahnung zum Frieden und Wachhaltung der Erinnerung ist dies möglich.

Lass’ sie ein friedliches Europa bauen und ebenso eine friedliche Welt.

Wir bitten dich, erhöre uns.

Totengedenken
zur Einweihung des Heimatdenkmals am 14.09.03

Wir gedenken des Todes der Gemordeten,
des Leids der Gequälten, des Schicksals der Opfer.

Wir erinnern an die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns, an Barbarei und Willkür,
denen die Männer und Frauen in den Konzentrationslagern, Gefängnissen und Hinrichtungsstätten ausgeliefert waren.

Wir gedenken der Millionen,
die als Soldaten gefallen und vermisst sind,
wie auch derer, die in der Gefangenschaft oder nach ihrer Rückkehr ihr Leben verloren haben.

Wir gedenken der Millionen,
die als Flüchtlinge und Vertriebene umgekommen sind
und auch der vielen Toten,
die in ihrer Heimat in den Bombennächten starben.

Wir gedenken aller Toten durch den 2.Weltkrieg,
wie auch durch Flucht und Vertreibung
oder an deren Folgen
sie in der alten und neuen Heimat gestorben sind .

Pressebericht zur Einweihung vom 17.09.03
in den Dachauer Nachrichten,
geschrieben von Frau Simone Wester.

Holocaust überdeckt alles

Neue Gedenktafel erinnert an 16,5 Millionen Vertriebene

VON SIMONE WESTER Schwabhausen -

"Heimatrecht ist Menschenrecht - Vertreibung ist Unrecht", heißt es auf der Fundamentplatte des Heimatdenkmals in Schwabhausen, das jetzt in einem feierlichen Festakt um eine weitere Gedenktafel erweitert wurde.

Am ehemaligen "Flüchtlingsgrab" auf dem Friedhof von Sankt Michael, auf der Nordseite direkt neben dem Eingang, ist auf Initiative der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Schwabhausen 1920 (SRK) ein würdiges und im Landkreis Dachau einzigartiges Denkmal entstanden. In den Jahren 1944 bis 1950 wurden mehr als 16,5 Millionen Deutsche brutal aus ihrer Heimat vertrieben und um Hab und Gut beraubt. 2,5 Millionen überlebten diese Strapazen nicht. Ehemalige Deutsche Staatsgebiete im Osten waren Pommern, Westpreußen, Memelland, Schlesien, Sudetenland, Freie Stadt Danzig, Ostpreußen und Ostbrandenburg. Die ehemaligen deutschen Siedlungsgebiete in Ost-, Mittel- und Südosteuropa umfassten Estland, Lettland, Litauen, Sowjetunion, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien und Bulgarien.

Initiiert wurde das Denkmal bereits im vergangenen Jahr von der SRK unter Vorsitz von Albert Winkler. Da wurde am ehemaligen Flüchtlingsgrab bereits eine Gedenktafel aufgestellt. Winkler hatte sich hinsichtlich der historischen Genauigkeit mit Karl Rotter von der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Verbindung gesetzt und die Inschrift auch mit Josef Worofka, Kreisvorsitzender beim Bund der Vertriebenen, abgeklärt.

Worofka würdigte in seiner Ansprache in der St. Michael Kirche das große Engagement der SRK, das im Landkreis einmalig sei. In vielen Gemeinden scheiterten derartige Denkmäler, da sich die Gemeinderäte nicht auf die Inschrift einigen könnten.

Zur Einweihung kamen Fahnenabordnungen der Donauschwaben, der Egerländer Gmoi, der Freiwilligen Feuerwehr Schwabhausen, des Schützenvereins Frei Glück und natürlich der SRK. Aber auch die Schwabhauser Bevölkerung demonstrierte ihre Verbundenheit.

Albert Winkler nahm in seiner Ansprache kein Blatt vor den Mund und wies mit Nachdruck darauf hin, dass es enorm wichtig sei, für nachkommende Generationen und für die Jugend die Vergangenheit anzusprechen und sich damit auseinander zu setzen. Seit fast 60 Jahren müssten sich die Deutschen mit dem verbrecherischen Holocaust, der an den Juden verübt worden sei, auseinander setzen und würden dafür immer noch im In- und Ausland fast täglich beschuldigt. Von den Vertreibungsverbrechen, begangen an mindestens 16,5 Millionen Deutschen Landsleuten, werde kaum gesprochen. Auch in den Geschichtsbüchern ließe sich fast nichts dazu finden, so Winkler.

Bürgermeister Josef Mederer trug zusammen mit Winkler die neue Gedenktafel zum Denkmal und fügte sie der ersten hinzu. Nun stehen auf der durchgehenden Fundamentalplatte zwei Gedenktafeln, die mit einer immergrünen Bepflanzung, der Christus- und Marienfigur ein würdiges und geschmackvoll gestaltetes Denkmal bilden. "Vertreibungsverbrechen und Völkermord kennen kein Vergessen", steht dort unter anderem geschrieben.

Für 2004 ist geplant, die Christus- und Marienfigur und das geschmiedete Kreuz zu restaurieren. Dafür werden noch Spenden benötigt. Die Formulare liegen bei der Sparkasse und der Volksbank Raiffeisenbank aus. mm

Anmerkung: Die Neue Tafel wurde von Herrn Georg Hefele, stellvertr. Kreisvors. Kreisverband Dachau BSB 1874 e.V. zusammen mit Herrn Bürgermeister Josef Mederer getragen... 

Bitte klicken Sie auf die gelbe Überschrift, dann finden Sie
den Artikel im Original bei Münchner Merkur online:

Holacaust überdeckt alles -
Neue Gedenktafel erinnert an 16,5 Millionen Vertriebene

Dieser untenstehende, von uns verfasste  Bericht wurde
der Gemeinde Schwabhausen  zur Verfügung gestellt
zur Veröffentlichung in der Gemeindezeitung.
Am 24.09.03 wurde der von der "Gemeinderedaktion" 
gekürzte Artikel auf der Gemeindehomepage veröffentlicht.
Im gleichen Wortlaut war der Bericht in der
letzten Ausgabe der Gemeindezeitung zu lesen.

Den  finden Sie hier auf der Gemeinde-Homepage im Archiv Sept. 2003
 "Flüchtlingsgrab vervollständigt"
  

Gegen das Vergessen -
Heimatdenkmal in Schwabhausen nimmt endgültige Gestalt an

Das Heimatdenkmal in Schwabhausen
Stand vom letzten Jahr
mit der ersten neuen Gedenktafel.

"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht verwalten."
(Helmut Kohl, in der Regierungserklärung vom 1.6.1995 "Zum Beitrag der deutschen Heimatvertriebenen zum Wiederaufbau in Deutschland und zum Frieden in Europa).


Nachdem letztes Jahr mit der neuen Gedenktafel am "Flüchtlingsgrab" im kirchlichen Friedhof (Nordseite, neben dem Eingang zur Kirche), gestiftet und in Auftrag gegeben von der Soldaten- und Reservisten-Kameradschaft (SRK) Schwabhausen 1920, der Anfang für die Entstehung eines "Heimatdenkmals" in Schwabhausen gemacht wurde, wird es heuer durch die Aufstellung einer weiteren Tafel mit den Vertreibungsgebieten, sowie 2 Bodenplatten mit Mahnungen und einer ansprechenden, "immergrünen" Bepflanzung, fertiggestellt.

Deshalb gibt es am Sonntag, den 14. September 2003, in Schwabhausen wieder einen ganz besonderen Anlass, bereits um 8 Uhr 30 (nicht 10:00 Uhr, wie bereits früher angekündigt!) in die Kirche St. Michael zu gehen.

Heimatrecht ist Menschenrecht. Vertreibung ist Unrecht.

So heißt es auf der durchgehenden Fundamentplatte, auf der künftig die beiden Gedenktafeln stehen werden.
Vertreibungsverbrechen und Völkermord kennen keinen Vergessen!
Dieser Text steht auf der Tafel, die den Weihwasserkessel und die Grablaterne im Vordergrund verbindet. Diese Tafel soll zudem bewirken, dass Friedhofsbesucher beim Vorbeigehen am Heimatdenkmal aufmerksam gemacht werden sollen und sich somit für die weiteren Inhalte interessieren. Über 16 Mio. vertriebene deutsche Landsleute, die ihres Besitzes und ihrer Heimat beraubt wurden, und über 2,5 Mio. Opfer, die auf der Flucht bzw. durch die Vertreibung elend und grausam umgekommen sind, sollten es schon Wert sein, dass man sich mit diesem dunklen Teil unserer Vergangenheit - auch heute noch - näher befasst.
Die SRK Schwabhausen 1920 setzt damit ihre Bestrebungen fort, mit der Gestaltung des Heimatdenkmals in Schwabhausen ein Zeichen der Verbundenheit zu schaffen und zugleich für die Nachfolgegenerationen ein Mahnmal gegen das Vergessen der unrechtmäßigen, verbrecherischen und verwerflichen Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg entstehen zu lassen,
denn Vielen sind nähere Einzelheiten zum Thema "Flucht und Vertreibung" und welche verbrecherischen, bestialischen Grausamkeiten unseren deutschen Landsleuten angetan wurden, überhaupt nicht richtig bekannt.

Im nächsten Jahr wird dann das schmiedeeiserne Kreuz sandgestrahlt, neu lackiert und der Christus wie auch die Marienfigur werden fachmännisch restauriert und mit neuer Farbe versehen.
"Alles zusammen sei", so der 1. Vorsitzende von der SRK, Albert Winkler, "aus finanziellen Gründen auf einmal nicht machbar. Wir müssen uns schon jetzt viele Gedanken über die Finanzierung machen und auch entsprechende Maßnahmen in der Öffentlichkeit ergreifen."

Zur Finanzierung dieses Vorhabens (2. Gedenktafel mit den Vertreibungsgebieten, Fundamentplatte , Verbindungsplatte, Bepflanzung, Kreuzrestaurierung, Überarbeitung Christusfigur und der Marienfigur) werden demnächst bei beiden Schwabhauser Banken Überweisungsträger für Spenden ausgelegt.
Einen Teil wird die SRK dazu beisteuern, die Schwabhauser Sudetendeutsche Landsmannschaft wird ebenfalls etwas dazu geben, der Rest muss über Spenden aufgebracht werden. Eine nicht unerhebliche Spende vom Münchner Merkur "Dachauer Nachrichten" ist für diesen Zweck schon eingegangen. Zu den anfallenden Kosten sagt Albert Winkler: "Ich rechne für die beiden Platten und die Restaurierung des Kreuzes mit der Marienfigur, sowie die Bepflanzung mit mindestens
2.500 - 3000,00 EURO Gesamtkosten. Vermutlich wird es aber erheblich mehr kosten, da wir nur die Steinmetzarbeiten vorsichtig schätzen können und nicht genau wissen, was letztlich die Kreuzrestaurierung ausmachen wird." Somit ist ein Spendenaufruf in der Bevölkerung und bei den noch in Schwabhausen lebenden Heimatvertriebenen ganz wichtig! "Schön wäre es, wenn sich auch die Gemeinde Schwabhausen an diesem wertvollen und sinnvollen Projekt mit einem kleinen Obolus als Zeichen der Verbundenheit mit unseren Vertriebenen und als Dank für ihre Aufbauleistung nach dem 2. Weltkrieg - auch bei uns - daran beteiligen könnte", meint dazu ergänzend und abschließend der SRK - Vorsitzende.
Zu dieser Feier am 14.09.2003, werden die örtlichen, Schwabhauser Vereine mit ihren Fahnenabord-nungen und der VDK eingeladen. Ferner werden der Bund der Vertriebenen, die Sudetendeutsche Landsmannschaft, die Donauschwaben mit Fahnenabordnung und die Egerländer Gmoi mit ihren farbenprächtigen Trachten und erwartet.
Selbstverständlich ist die Schwabhauser Bevölkerung ebenfalls recht herzlich eingeladen, an dieser bedeutungsvollen Einweihungsfeier teilzunehmen. Hinterher trifft man sich im Vereinslokal Gasthaus "Zur Post" (jeder zahlt für sich selbst) zum gemütlichen Beisammensein.

 Einweihung 
Heimatdenkmal  
1. Tafel 01.09.02

Ansprachen
zur Einweihung am 01.09.02

Fertigstellung
und Einweihung Heimatdenkmal
05.09.2004

>> Bericht in der Dachauer Internetzeitung vom 12.09.03

>>vor zur Einweihung des 3. Teils Heimatdenkmal am 5.09.2004
Fertigstellung