Volkstrauertag 2007 

 

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Volkstrauertag 18.11.2007

Volkstrauertag 2007 in Schwabhausen          

Erinnerung, Mahnung zum Frieden und Aufruf zur Wachsamkeit

Würdiges Gedenken mit Gottesdienst, Gedenkfeier
und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal
 

Mit mahnenden, nachdenklichen und von den Inhalten her sehr wichtigen Aussagen in den Fürbitten und Texten, wurde in Schwabhausen der Volkstrauertag sehr würdig gestaltet. Im feierlichen Gottesdienst bat auch der neue Schwabhausener Seelsorger und Pfarrer Dr. Paul Inje um Toleranz und Achtung unter den Mitmenschen, damit der Friede nicht in Gefahr kommt. 2 Ministrantinnen verlasen abwechselnd die 64 Namen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege. Die uniformierten Kranzträger Martin und Wolfgang Hajdu trugen die Fürbitten vor.
Das Totengedenken, in dem das Schicksal aller Opfer von Krieg, Terror und Gewalt zum Ausdruck gebracht wird,  gelesen vom 2. SRK Vorsitzenden Bernhard Winkler, führte den Anwesenden den Wahnsinn und den Schrecken des Krieges vor Augen.
Im Anschluss an den Gottesdienst versammelte man sich zu einem kurzen Gedenken am Heimatdenkmal im kirchlichen Friedhof, um der Opfer, die bei der Flucht und Vertreibung oder an deren Folgen  in der alten und neuen Heimat gestorben sind, zu gedenken.
Nach einem gemeinsamen Gebet stellte man sich zum Marsch ans Kriegerdenkmal auf, den die Blasmusikkapelle Schwabhausen mit dem schwungvollen Marsch „Mein Heimatland“ anführte.
Am Kriegerdenkmal fand eine sehr würdige Gedenkfeier statt. Pfarrer Dr. Paul Inje sprach mit den etwa 100 Anwesenden und den Fahnenabordnungen vom Schützenverein Frei Glück Schwabhausen e.V., Freiwilligen Feuerwehr und Soldatenverein Schwabhausen (SRK) ein gemeinsames Friedensgebet, das dem hl. Franz von Assisi zugeschrieben wird. Albert Winkler, 1. Vors. SRK Schwabhausen, richtete einen „Appell zum Frieden und Aufruf zur Wachsamkeit“ an alle Anwesenden und die Bevölkerung Schwabhausens: „Fast täglich erleben WIR neu, welch ein empfindliches, zerbrechliches Gut der Friede ist. … Doch der Frieden ist auch im Kleinen keine Selbstverständlichkeit, sondern er braucht Menschen, die ihn stiften, in der Ehe, in den Familien, am Arbeitsplatz,  in Vereinen, Schulen, Gemeinden und Kirchen. Die Impulse zu einem friedlichen Miteinander müssen vom Herzen und vom Kopf ausgehen: Innehalten, das eigene Verhalten hinterfragen, Gedenken, ist dazu unerlässlich - der Volkstrauertag bietet uns dazu diese Chance. … WIR können die Wunden dieser Welt nicht heilen, aber WIR sind für diese Welt mitverantwortlich. Jeder von uns ein kleines Stückchen. Und dieser Mitverantwortung muss jeder für sich gerecht werden. …Mehr Achtung, mehr Verständnis, mehr Hilfsbereitschaft, mehr Verantwortung für den Mitmenschen - das sind Bausteine einer besseren Welt, die jeder von uns mit zusammentragen kann. Nur wer insofern Frieden mit seiner eigenen kleinen Welt schließt, darf vom Frieden in der großen Welt träumen. Ich denke, diese Maxime sollte nicht allein für den Volkstrauertag gelten, sondern für jeden Tag. Dann war auch das Schicksal der zahllosen Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Vertreibung und politischer Willkür nicht vergeblich. Wir ALLE sind gefordert, ja - WIR müssen unsere Einsicht auch an jene weitergeben, auf die es morgen ankommt. …Hüten WIR uns auch mit Vergleichen und Formulierungen aus der Nazi-Zeit, wenn WIR darüber nur wenig oder gar nichts wissen! … Aus der Nazi-Zeit gibt es nichts zu loben, ohne dass man dabei nicht an das viele Leid und die schrecklichen Verbrechen dieser Epoche erinnert. Verharmlosen WIR nicht grausame Tatsachen und sind WIR ebenso vorsichtig im Umgang mit einfachen und naiven Stammtisch-Parolen! Zukünftige Generationen sollen in der Lage sein, die Erfahrungen aus zwei Weltkriegen in ihr Handeln und ihre Entscheidungen einzubeziehen und wissen, was man sagen und was man nicht sagen darf. Dazu würde uns eine ganz einfache Regel weiterhelfen:  Volksverhetzer muss man bekämpfen, Ahnungslose informieren! … WIR alle hier in Schwabhausen haben die Pflicht, eine Geisteshaltung gegen Krieg, Terror, Gewalt und für einen respektvollen Umgang im täglichen Miteinander zur Sicherung des Friedens zu fördern. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

Im Anschluss an die kurze Ansprache des 1. Vorsitzenden gedachte man der Gefallenen und Vermissten aus Schwabhausen. Man erinnerte auch daran, dass man bei den Soldaten zwischen Opfer und Tätern unterscheiden müsse, und dass es deshalb nie „nur ein ehrendes sondern stets ein mahnendes Gedenken“ geben dürfe.
Beim Lied „Der gute Kamerad“ wurde vom Kanonier der 3 fache Ehrensalut abgegeben. Bürgermeister Josef Mederer legte nach seiner Ansprache, in der auch der Gemeindechef zum friedlichen Miteinander aufrief, einen Kranz für die Gemeinde Schwabhausen am Kriegerdenkmal nieder.
Mit der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne wurde die würdige Gedenkfeier beendet. 
 

Volkstrauertag 2007

Appell zum Frieden und Mahnung zur Wachsamkeit
Original-Wortlaut der Ansprache vom 1. Vorsitzenden
der SRK Schwabhausen 1920, Albert Winkler:

  Frieden in Deutschland, das ist für uns Jüngere heute praktisch eine Selbstverständlichkeit. So wollen WIR unser heutiges Gedenken nicht als eine der Tradition geschuldete Pflichtaufgabe verstehen, denn das Anliegen des Volkstrauertages ist nicht allein vergangenheits-orientiert, sondern auch tagesaktuell.
Fast täglich erleben WIR neu, welch ein empfindliches, zerbrechliches Gut der Friede ist. Machtgier und Hass, religiöser Fanatismus, Druck und Gegendruck - oft genügt nur ein Funke, um ein neues Feuer der Gewalt zu entfachen. WIR sind dagegen machtlos! Doch der Frieden ist auch im Kleinen keine Selbstverständlichkeit, sondern er braucht Menschen, die ihn stiften – in der Ehe, in den Familien, am Arbeitsplatz,  in Vereinen, Schulen, Gemeinden und Kirchen. Dort sind WIR nicht machtlos! Die Impulse zu einem friedlichen Miteinander müssen vom Herzen und vom Kopf ausgehen: Innehalten, das eigene Verhalten hinterfragen, Gedenken, ist dazu unerlässlich - der Volkstrauertag bietet uns dazu diese Chance.
Wir
wollen uns nichts vormachen: WIR alle sind keine Weltverbesserer.
WIR können die Wunden dieser Welt nicht heilen, aber WIR sind für diese Welt mitverantwortlich. Jeder von uns ein kleines Stückchen.
Und dieser Mitverantwortung muss jeder für sich gerecht werden. Das bedeutet auch, die eigenen Interessen, das eigene Vergnügen und den eigenen Spaß – dem viele Menschen heute offenbar als das Maß aller Dinge im Leben nachjagen – einfach mal zurückzustellen. Partys, Fun und Eventmarathons sind eben nicht alles. Wer das erkennt, hat plötzlich mehr Raum und Zeit für wirklich maßgebliche Dinge, für neue Schwerpunkte und für Werte, auf denen unser Zusammenleben in einer christlichen Gesellschaft aufbaut: Mehr Achtung, mehr Verständnis,
mehr Hilfsbereitschaft, mehr Verantwortung für den Mitmenschen - das sind Bausteine einer besseren Welt, die jeder von uns mit zusammentragen kann.
Nur wer insofern Frieden mit seiner eigenen kleinen Welt schließt, darf vom Frieden in der großen Welt träumen.
Ich denke, diese Maxime sollte nicht allein für den Volkstrauertag gelten, sondern für jeden Tag.
Dann war auch das Schicksal der zahllosen Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Vertreibung und politischer Willkür nicht vergeblich.
Wir ALLE sind gefordert, ja - WIR müssen unsere Einsicht auch an jene weitergeben, auf die es morgen ankommt. Wenn WIR es der jungen Generation, unseren Kindern und Enkeln, nicht vermitteln und vorleben, ja dann brauchen WIR uns nicht zu wundern, wenn diese später ebenfalls versagen, tatenlos zusehen und so auch Teil einer passiven „Wegsehgesellschaft“ werden. Einem friedlichen Miteinander dient es auf Dauer mit Sicherheit nicht. Der Frieden geht uns alle an. Also ist jeder gefordert und er muss dafür auch etwas tun. WIR dürfen unsere Verantwortung nicht von uns wegschieben
und WIR dürfen nicht wegsehen, sondern WIR müssen handeln, wenn in unserem unmittelbaren Umfeld Unrecht geschieht oder unsere demokratischen Grundwerte in Gefahr geraten.

Hüten WIR uns auch mit Vergleichen und Formulierungen aus der Nazi-Zeit, wenn WIR darüber nur wenig oder gar nichts wissen! Gehen WIR damit äußerst sensibel um! Informieren WIR uns lieber vorher und erinnern WIR uns dabei stets an das verbrecherische Unrechts-Regime mit all den Folgen, die unsere Nation heute noch beschämen, wenn WIR an die Opfer denken.
Aus der Nazi-Zeit gibt es nichts zu loben, ohne dass man dabei nicht an das viele Leid
und die schrecklichen Verbrechen dieser Epoche erinnert. Verharmlosen WIR nicht grausame Tatsachen und sind WIR ebenso vorsichtig im Umgang mit einfachen und naiven Stammtisch-Parolen!
Zukünftige Generationen sollen in der Lage sein, die Erfahrungen aus zwei Weltkriegen in ihr Handeln und ihre Entscheidungen einzubeziehen und wissen, was man sagen und was man nicht sagen darf.
Dazu würde uns eine ganz einfache Regel * weiterhelfen: 
„Volksverhetzer muss man bekämpfen, Ahnungslose informieren!“
Nicht trotz, sondern gerade wegen des Vermächtnisses der deutschen Geschichte haben auch WIR alle hier in Schwabhausen die Pflicht, eine Geisteshaltung gegen Krieg, Terror, Gewalt und für einen respektvollen Umgang im täglichen Miteinander zur Sicherung des Friedens zu fördern. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe, unser Auftrag und unsere Verpflichtung jetzt und für die Zukunft! 

(* = Zitat aus dem „Stern“  vom 18.10. 2007)      

 

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